Tirol und Truden von 1796-1918
Vorbemerkung
Truden ist im Südtiroler Unterland gelegen. Unsere kleine Gemeinde mit heute etwa 986 Einwohnern hat in der Geschichte der Tiroler Landesverteidigung natürlich auch ihren Beitrag geleistet.
Als einzige deutschsprachige Rigl (= Gemeinde früher) hat Truden seit jeher eine enge Verknüpfung mit der Tal- und Gerichtsgemeinde Fleims, der Magnifica Comunità di Fiemme. Deren erster terrritorialer Zusammenschluss reicht vermutlich in die hochmittelalterliche Zeit um die Jahrtausendwende zurück. Statutarisch begründet wurde die Talgemeinde indes formell mit einem Vertragswerk, abgeschlossen im Juli 1111. Sie unterstand dem Hochstift Trient, welches zwar staatsrechtlich von der Grafschaft Tirol unabhängig war, jedoch ins System der Tiroler Landesverteidigung eingebunden war. Weshalb das so war, bedarf eines kurzen geschichtlichen Rückblickes.
Geschichtlicher Rückblick
Der spätere Tiroler Raum war bis ins Hochmittelalter geprägt von einer Vielzahl von adeligen Grundherrschaften, welche sich unter geistlicher Oberhoheit befanden. Besonders mächtig waren seit jeher die Bischöfe von Trient, Brixen und Chur. Entstanden ist deren Macht, weil das Amt des Bischofs nicht erblich war und das Wort des jeweiligen Herrschers bei deren Bestellung entscheidendes Gewicht hatte. Diese Gründe bewogen nämlich die römisch-deutschen Kaiser dazu, geistliche Fürstentümer zu errichten.
Jedoch benötigten die Fürstbischöfe für gewisse Aufgaben wie die Ausübung der Gerichtsbarkeit, die Einhebung von Steuern, das Kommando über die militärischen Aufgebote usw. weltliche Helfer. Diese wurden für ihre Dienste durch Abgaben entschädigt und erhielten das so genannte Vogteirecht.




