Marketenderinnen
Frauen haben seit jeher im Schützenwesen, vor allem hinter den Kulissen, eine entscheidende Rolle gespielt, auch wenn dies oft nicht entsprechend gewürdigt wurde.
In den Freiheitskriegen hätten die Männer ohne ihre Unterstützung wohl wenig erreicht. Sie kümmerten sich um die Verwundeten und versorgten die Truppen mit Lebensmitteln. Ganz zu schweigen von den enormen Leistungen der Frauen, welche daheim, während die Männer im Kampf waren, auf sich allein gestellt, zusätzlich auch noch deren Arbeit erledigen mussten.
In die Kompanien wurden Marketenderinnen in Tirol erst zur Zeit des Aufschwunges der Trachtenschützen um die Mitte des 19. Jahrhunderts aufgenommen, als die großen Parademärsche zu Ehren des Kaisers stattfanden. Sie trugen ein „Schnapspanzele“ (Fässchen) oder ein Blumenhorn und verschönerten mit ihrer schmucken Tracht die Kompanien.
Marketenderin zu werden bedeutet, sich ohne falsche Scham zur Tiroler Identität, zum christlichen Glauben und zu den Idealen des Tiroler Schützenwesens zu bekennen. Dazu gehören Charakterstärke, Verantwortung und Einsatz. Gleichzeitig ist es eine schöne und repräsentative Aufgabe. Die Marketenderinnen marschieren bei Ausrückungen an der Spitze der Kompanie neben dem Hauptmann.
Natürliches Auftreten ohne übertriebenen Modeschmuck und auffällige Schminke erhält die Würde der Tracht und spiegelt gesundes Selbstbewusstsein wider. Unsere Marketenderinnen tragen die Unterlandler Frauentracht und halten sie dadurch lebendig. Die Aufgabe der Marketenderinnen besteht aber nicht nur darin, Blickfang für die Kompanie zu sein. Sie tragen wesentlich zum Gelingen der Gemeinschaft bei, indem sie aktiv mitarbeiten, eigene Ideen einbringen und Verantwortung




